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Anzeiger vom Rottal
Grindel 37
6017 Ruswil
041 495 19 19
redaktion@rottaler.ch

Werden 100-Jahr-Jubiläen in unserem menschlichen Dasein noch gebührend wahrgenommen? Ist doch alles schnelllebig, Ereignisse um Ereignisse breschen auf uns nieder. Die Welt ist klein geworden; positive wie negative Schlagzeilen werden in wenigen Minuten rund um den Erdball publiziert, mitgeteilt und kundgetan. Männiglich nimmt kurz davon Notiz, denn es kommen ja wieder neue Meldungen, und geht zur Tagesordnung über.
Und jetzt kommt der Lokalblattverlag Anzeiger vom Rottal mit einer Jubiläumsausgabe zu seinem 100jährigen Bestehen ins Haus daher. Wird sie wohl als willkommener Gast aufgenommen? Der Verlag hofft es aufrichtig! Nicht verlegerisches Eigenlob darf in dieser Sonderausgabe triumphieren, sondern primär die dankbare Feststellung, dass 100 Jahre Rottaler-Anzeiger als wöchentliches Bindeglied zur Region und ihren Menschen darin gewichtet werden.

Dankbar und zufrieden
Als Seniorchef der Meyer Rottal Druck AG bewege ich mich dankbar und zufrieden jetzt im hintern Glied. Die vierte Generation Meyer ist heute mit treuen Mitarbeitern am Werk.
Dankbar, weil über meiner rund 33-jährigen selbständigen Geschäftstätigkeit die Leserschaft treu zum Lokalblatt und der Druckerei stand.
Zufrieden deshalb, weil allen Unkenrufen zum Trotz, die in den Lokalblättern nur noch den verlegerischen Zusammenschluss sehen, der Rottaler bis heute seine 100prozentig redaktionelle Eigenständigkeit bewahrte. Das kann auch so bleiben, sofern Behörden, Inserenten und Leserschaft ihrem Leibblatt weiterhin die materielle Unterstützung gewähren.

Blick zurück
Nostalgisch blätterte ich in den Jubiläumsausgaben zum 50igsten, 75igsten, und 90igsten Geburtstag des Rottalers und des öftern auch in den 100 vorhandenen Zeitungsbänden, in denen jeder erschienene Rottaler eingebunden ist. Jede Menge Lokalgeschehen und Geschichtliches wird dem «suchenden Leser» präsentiert und diese Bände würden einem Heimatmuseum zur grossen Ehre gereichen. Doch vorerst werden diese kostbaren Bände fein säuberlich im Druckerhaus aufbewahrt, zumal von einem Ruswiler Heimatmuseum heute nur die allergrössten Optimisten zu träumen wagen.
Mit eigenartigen Gefühlen fühlt man sich beim Durchblättern dieser Zeitungsbände konfrontiert. Vergangenes wird auf einmal wieder gegenwärtig oder Menschenbilder, die alle an den Orten, wo sie in ihrem Leben standen, und dort ihre Pflichten und Aufgaben erfüllten, melden sich im gedruckten Wort lebendig ins Gedächtnis zurück. Die Lokal-, Gemeinde- und Kantonspolitik wie auch die kirchlichen Aspekte mit ihren diesbezüglichen Entscheiden sind interessant nachzulesen. Unser ehemaliger Redaktor Adolf Bühler berichtet im heurigen Jubiläumsjahr jede Woche auf der letzten Zeitungsseite über viele bunte, nostalgische Geschehnisse.

18. November 1905: Geburtsstunde des «Anzeiger für Ruswil»
Ja, Sie lesen richtig! Anzeiger für Ruswil hiessen die ersten Ausgaben des «Rottalers»! Mein Grossvater Arnold Meyer-Häfliger wagte, nachdem er im Jahre 1900 im Hause «Vor dem Chor» eine einfache Druckerei mit Schnellpresse und zwei Teller-Tiegelpressen eingerichtet hatte, den Start zur Gründung des heutigen 100jährigen Anzeiger vom Rottal. Zwanzig Jahre durfte er das junge Zeitungskind betreuen und herausgeben, bis er anno 1924 im Alter von 65 Jahren verstarb. Bald nach dem Erscheinen wurde der Anzeiger für Ruswil in «Generalanzeiger für den Kanton Luzern» umbenannt, bis dann im Jahre 1914 der heutige Zeitungstitel «Anzeiger vom Rottal» seinen dauerhaften Namen erhielt.

Jahreszahlen in der Rückblende
20 Jahre Verleger Arnold Meyer-Häfliger 1905 – 1924
43 Jahre Adolf Meyer-Häfliger 1925 – 1967
33 Jahre Adolf Meyer-Stirnimann 1968 – 2001
Ab 2001 die Brüder Roland, Thomas, Beat Meyer

Idealismus, Engagement, Freude, Liebe und Treue stehen hinter diesen Zahlen. Diesen Eigenschaften fühlt sich ein verantwortungsvoller Zeitungsmacher verpflichtet. Über alle die Jahre kann jede Generation Meyer darüber berichten. Nur mit Idealismus und Engagement gelingt eine Zeitung und was zur besonderen Freude dem Verlag gereicht, ist die Feststellung, dass das allwöchentliche Zeitungsprodukt mit Liebe und Akzeptanz konsumiert, beachtet, gelesen und mit ABOs und Inseratunterstützung honoriert wird. Das nennt man – und es tönt so schön: Treue.

Dem Lokalblatt verpflichtet
Der Urgrossvater der heute verantwortlichen Meyer-Crew hat den Grundstein zum Lokalblatt gelegt. Hätte er’s damals gedacht, dass nach 100 Jahren drei seiner Urenkel sein Werk weiterführen? Gemeinsam mit dem aufgeschlossenen Redaktionsteam mit Erwin Ottiger als Steuermann, dem langjährigen Redaktor Adolf Bühler sowie der jugendlichen Monika Schwarzentruber und vieler tüchtiger Korrespondenten und treuen Mitarbeitern fühlen sich die Meyer-Brothers ihrem lieben Lokalblatt verpflichtet. Bereits ist Zahlreiches neu gestaltet worden, das Blatt erscheint im grösseren Umfang und bunter Farbgebung, enthält rechechierte Berichte und Ereignisse des gesamten Rottals und seiner Umgebung – summasumarum einfach alles, was die interessierte Bevölkerung im Rottal sich wünscht.

Von der Schnellpresse…
Wurde anfänglich der «Rottaler» auf einer Drucker-Schnellpresse mit Benzinmotor-Antrieb und Handanlage, d.h. jeder Zeitungsbogen musste manuell eingelegt werden, hergestellt, löste in den Kriegsjahren eine Stoppzylinderschnellpresse Marke Nebiolo/I das bisherige Druckwerk ab. Mit dieser Maschine ging alles «ruhiger» für den Drucker und auch schneller. Damals war auch das deutsche Konkurrenzprodukt Marke «Johannisberg von der MAN» auf dem Markt, doch mein lieber Vater Adolf Meyer-Häfliger selig sagte mir, von den Nazi-Deutschen kaufe ich keine Maschine.


...zur Elektronik und Rotationsoffsetdruck
Mit der fortschreitenden Technik: Verdrängung des Bleisatzes durch den Fotosatz, Bildschirme, integrierte Fotografie, dem Internet, der Textübermittlung übers Telefonnetz, E-Mail u.a.m. hat sich die jetzige Zeitungs- oder Drucksachenproduktion total verändert. Der Druck der Zeitung erfolgt im Offsetdruckverfahren. Seit 1980 erfolgte somit der Rottaler-Zeitungsdruck in unserer Druckerei auf der inzwischen durch eine neue Zweifarbenmaschine ersetzten sogenannten Druckmaschine «SORM», die bis ins Jahr 1995 ihre Dienste zuverlässig leistete.
Die Zeitung wurde immer farbiger und der Verlag entschied sich 1995, den Anzeiger vom Rottal im Offsetrotationsverfahren drucken zu lassen. Fünf Jahre war die Druckerei Schüpfheim AG un­sere Druckerpartnerin, bis dann die dortige Maschine an Altersbeschwerden zu leiden begann.
Seit dem August 2000 wird der Anzeiger vom Rottal, der nach wie vor in unserer Druckerei in Ruswil redigiert und satztechnisch hergestellt wird, im Druckerzentrum Adligenswil gedruckt. Nach dem «Okay» der Redaktion und des Verlages erfolgt die drahtlose Übermittlung (ein technisches Wunder) der produzierten Zeitungsseiten in das Druck­erzentrum Adligenswil der Neuen Luzerner Zeitung. Dort erfolgt der «farbige Druck» des Rottalers auf einer der modernsten Druckanlagen der Schweiz in zuverlässiger Weise. Herzlichen Dank.


An der Schwelle des zweiten Jahrhunderts
Meine Frage: Ist diese Schwelle hoch angesetzt, ist sie einfach zu besteigen? Die Antwort wird die Zukunft geben.Realität im heutigen Wirtschaftsleben ist leider, dass Globalisierung, Fusionitis, Verdrängungskämpfe und auch das Zeitungssterben pure Tatsachen sind. Mit diesem negativen Umfeld sind alle Gewerbebetriebe konfrontiert; doch kann dieser negativen Entwicklung durch jeden Einzelnen an seinem Ort Gegensteuer gegeben werden – mit Durchhaltewillen, guter Leistung und Gottvertrauen. Nur durch die gegenseitige Geschäftstreue und Unterstützung, das Miteinander statt Gegeneinander, die stete berufliche Weiterbildung mit entsprechenden Investitionen machen unsere Betriebe stark. Dies sind aufstellende Hoffnungsschimmer.

Weiterhin das zuverlässige Bindeglied
Der Anzeiger vom Rottal will auch im zweiten Jahrhundert seines Bestehens das zuverlässige Bindeglied in der Rottal-Region und seinen angrenzenden Gemeinden sein. Sein liebster Wunsch zum 100-Jährigen ist, dass er fernerhin als willkommenes und gerngelesenes Lokalblatt in möglichst allen Familien Gastrecht besitzt, – sozusagen als vertrauter Freund oder Freundin – wie bisher.

Herzlichen Dank
Am Schluss meiner Gedanken über Vergangenes, Gegenwärtiges oder Zukünftiges mein aufrichtiges Dankeswort.Über all den 33 Jahren meiner selbständigen Geschäftstätigkeit lag der Segen des lieben Gottes über meinem Betrieb. Dafür bin ich ihm zu grossem Dank verpflichtet.
Viele treue Mitarbeiter haben am Rottaler in den bisherigen 100 Jahren gearbeitet – fleissig und treu. In all den Jahren änderten sich ihre Gesichter, viele sind ausgeflogen, unter anderem die 37 in unserer Druckerei und Papeterie ausgebildeten Lehrlinge und Lehrtöchter. Wieder andere blieben bis heute ihrem Betrieb treu, wie mein Schwager Adolf Bühler (Redaktion) und Bruno Schmidli (Druckerei). Die heute 15-köpfige Mitarbeiter-Crew arbeitet im Teamwork, woran der Senior seine herzliche Freude hat. Euch allen meinen aufrichtigen Dank. Eingeschlossen in diese Dankesbezeugung sind selbstverständlich die «armen Sieche» der Publicitas AG in Sursee und Luzern, die nach Verlegeransicht stets zu wenig Inserataufträge vermitteln!
Einen lieben Dank, der nicht vergessen werden darf, gebührt den Gattinnen der drei ersten Verlegergenerationen, die tatkräftig am Auf- und Ausbau des Druckereibetriebes jahrelang mithalfen und auch mit ihrem Rat und ihrer Tatkraft den «Mann» stellten. Ein ganz besonderer Dank fliegt zu allen treuen Abonnenten des Anzeigers vom Rottal, den willkommenen Inserenten und zu den geschätzten Drucksachenkunden der Meyer Rottal Druck AG. Gerne würde ich persönlich allen die Dankeshand reichen und zugleich den von jungen Leuten neu gestalteten Anzeiger vom Rottal überreichen. Weil dieses persönlich nicht möglich ist, soll gelten, dass wir uns übers Lokalblatt im Herzen nahe sind.
Der neu gestaltete Anzeiger vom Rottal startet heute mit einem jugendlichen Kleid ins zweite Jahrhundert. Dazu das herzliche «Glückkauf» des Seniorchefs.

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Anzeiger vom Rottal, Grindel 37, 6017 Ruswil, 041 495 19 19, redaktion@rottaler.ch
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